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In einer bunten komplizierten Welt sind optische Signale hilfreich. Ein Corpsbruder trägt Farben und taucht damit nicht in der Anonymität unter.
Optische Kurzinformationen begleiten unseren Tagesablauf. Farben und Formen definieren genau. Ein optisches Signal ist eine Aussage in Kurzform. Es erleichtert das Sichzurechtfinden - und die Kontakte. Auch kann es Teile einem bestimmten Ganzen zuordnen. Je einfacher das optische Kürzel ist, desto unverwechselbarer ist es. Zu den einfachen Formen gehören Dreiecke und Vierecke bei Verkehrszeichen, Rechtecke bei innerbetrieblichen Identifikationskarten, Streifenformen bei einem Corps.
Die Kombination der Farben definieren einen "Farbenträger" als zu einem bestimmten Corps gehörig, also nicht nur als Corpsstudent überhaupt. (Dazu ein Beispiel aus der Wirtschaft: Teilnehmer einer Konferenz tragen verschiedene Erkennungsmarken. Dozenten, Podiumsdiskutanten, Zuhörer und Aussteller sind dadurch leicht erkennbar.)
Das Band ist gleichzeitig auch in der Öffentlichkeit gezeigtes Bekenntnis zu den Werten und Zielvorstellungen des Corps. Ein Corpsbruder wird sich nicht wie die Axt im Walde benehmen. Sobald Sie das Band tragen, verpflichten Sie sich zu guten Umgangsformen und Rücksichtnahme.
Das Farbentragen ist ein Bekenntnis zur eigenen Person und zur Sache des Corps, weil Anonymität im Corps nicht zählt.
Das studentische Leben hat ohne Zweifel seine Besonderheiten. An den Hochschulen, aus deren Immatrikulierten sich die Corpsstudenten schließlich rekrutieren, wird eine für den Außenstehenden nicht immer verständliche Fachsprache gesprochen. Wie in anderen Gruppen auch.
"Seine Magnifizenz wird emeritiert" ist Hochschulsprache, abgeleitet aus dem Latein. Die Corpssprache stammt ebenfalls aus dieser alten Sprache. Ohne Lateinkenntnisse konnte man früher überhaupt nicht studieren. Die "tote Sprache" war relativ lebendig. Latein diente der internationalen Verständigung der Wissenschaftler.
Die Corpssprache ist eine Spezialsprache, die nur in Corpsgemeinschaften unter Corpsbrüdern gesprochen wird. Sie ist hingegen keine Geheimsprache. Die Ausdrücke wurden nicht geprägt, um sich von anderen Gruppen oder gar der Allgemeinheit abzusetzen. Man kann sich mit ihr einfach besser verständigen.
 
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